Eine reine Frauensache!

Dafür, dass ein Bier nur Wirkung zeigt, aber keinen Geschmack hat, ist Stephanie Meyer nicht Braumeisterin geworden. „Ich versuche mir Gedanken zu machen, wie ein Bier früher geschmeckt haben könnte, bevor die langweiligen Fernsehbiere den Markt überschwemmt haben. Ich will eines, das Ecken und Kanten hat, damit es Freude macht, wenn man es trinkt.“ Deshalb experimentiert Meyer im elterlichen Betrieb, dem „Brauerei-Gasthof Hotel Post“ in Nesselwang im Allgäu. Da stand schon ihr Urgroßvater am Sudkessel und „irgendwie wird das Bierbrauen weitervererbt, da kommt man nicht aus“, meint ihre Schwester Kathrin Meyer. Sie ist Biersommelière und Filmemacherin. Zum Jubiläum des Reinheitsgebots hat sie für das Bayerische Fernsehen eine „Liebeserklärung an das Bier“ produziert.

Kathrin Meyer

Biersommelière und Filmemacherin Kathrin Meyer

Männerdomäne Bierbrauen? Von wegen! Auch wenn es heute ungewöhnlich erscheint, dass Frauen Bier brauen – es war nie eine Männerdomäne. Früher ließen diese beim Backen ein Stück Brot übrig und brauten daraus für den Hausgebrauch Bier. Ein Gärbottich gehörte oft zur Aussteuer. Erst als es im Mittelalter immer größere Städte gab, entstand die Institution der Brauerei und die Männer traten in den Vordergrund. Selbst das Bier an sich ist weiblich: Für’s Brauen wird nur die weibliche Hopfenpflanze verwendet. Haben denn Frauen beim Brauen ein anderes Händchen? „Männer stellen oft extremere Biere mit hohen Bitterwerten her. Frauen dagegen sind neugierig und viel offener für Geschmacksabenteuer“, meint Kathrin Meyer. Sie bescheinigt ihrer Schwester einen Blick für’s Ganze und einen sehr ausgeprägten, feinen Geschmacks- und Geruchssinn. Die Zutaten kombiniere sie wie Noten zu einem harmonischen Musikstück. Und die sind durch das Reinheitsgebot stark begrenzt:  Wasser, Hopfen, Hefe und Gerstenmalz – mehr nicht, fanden Bayerns Herzog Wilhelm IV. und dessen Bruder, Herzog Ludwig X., im Jahr 1516 und erließen sozusagen das erste „Lebensmittelgesetz“ der Welt.

Genau innerhalb dieser Schranken beginnt die große Kunst und das eigentliche Handwerk: Bevor die junge Braumeisterin Stephanie Meyer ein Bier braut, hat sie ein bestimmtes Bild im Kopf, wie es schmecken, aussehen und riechen soll. Danach wählt sie die Rohstoffe aus den vielen verschiedenen Hopfen-, Malz- und Hefesorten aus. Auch welches Wasser sie verwendet, hat einen Einfluss auf den Geschmack. Das Endergebnis ist aber nur zum Teil planbar. Manchmal entsteht ganz durch Zufall ein tolles Produkt, wie zum Beispiel das Hopfen Royal, ein kalt gehopftes Edelbier der Brauerei, dem sogar der Nesselwanger „Berggeist“ innewohnt. Das Starkbier wird mit Bergquellwasser vom Hausberg, der Alpspitze, gebraut, so wie es früher schon die fünf Brauereien am Ort gemacht haben.

Stephanie Meyer: große Hopfenkennerin, sehr experimentierfreudig

Die Braumeiseterin: Stephanie Meyer.

Neben Kreativität und Perfektion braucht Meyer viel Geduld. Es können auch mal bis zu zwei Jahre vergehen, bis das Ergebnis in der Flasche ist, so wie beim „Allgäuer Kräutermärchen“. Ein Kunde der Brauerei wollte gerne ein Bier mit Kräutern haben. So versetzte Meyer es mit Brennnesseln, Holunderblüten und Mädesüß, alles heimische Kräuter. Die „Brennnessel“ ist sogar im Ortsnamen und im Wappen von Nesselwang verewigt. Für Stephanie Meyer war das Experimentieren eine Art Schlüsselerlebnis: „Da hab ich verstanden, dass Brauen nicht nur das Viereck aus Malz, Hopfen, Gerste und Hefe ist, sondern es Spaß macht, ein Bier immer wieder neu zu entdecken.“ Wegen den Kräutern darf sich das Kräutermärchen nach dem Reinheitsgebot aber nicht Bier nennen, trinkt sich aber natürlich wie eines. Stephanie Meyer wäre ein Natürlichkeitsgebot deshalb lieber: „Das Reinheitsgebot ist schon gut. Aber damit nutzen wir von 10.000 Jahren Biergeschichte eben nur 500. Kräuter, Früchte oder Gewürze hat man immer schon dem Sud zugegeben. Wenn ein Bier sauer geworden ist, konnte man das damit gut überdecken. Das Zumischen sollte mit dem Reinheitsgebot unterbunden werden.“ Künstliche Extrakte oder Sirupe, wie bei den sogenannten Alkopops, hätten im Bier aber wirklich nichts verloren.

Natürlich, rein: Braukatz

Natürlich und rein: die Craft-Biere der Brau-Manufactur Allgaeu

Angefixt vom handwerklichen Brauen, gründeten die Meyer-Schwestern 2013 die „Brau-Manufactur Allgaeu“ und lagen damit voll im Trend. Zu dieser Zeit schwappte gerade die Welle aus den USA nach Deutschland, wo schon seit Jahrzehnten Experimentierfreudige zum Teil in Garagen angefangen hatten, Biere für Genießer herzustellen, das sogenannte „craft beer“. Der Gerstensaft war hierzulande dagegen zum reinen Durstlöscher geworden – von Vielfalt keine Spur mehr. Die Schwestern wollten das ändern. Mittlerweile haben sie zwölf Biersorten im Repertoire, dazu gehören natürlich auch die Klassiker der Familienbrauerei wie das Nesselwanger Dunkel oder Nesselwanger Gold. Vor allem für ihre Craft-Biere, wie die Braukatz Red Ale mit Karamell- und Ale-Malzen eingebraut oder die hopfenbetonte Braukatz Hop Cat, schlägt das Herz der Schwestern. Übrigens beides zu 100 Prozent Biere nach dem Reinheitsgebot. Kein Computer kann solche Sorten brauen, sondern nur die Fachfrau selbst. Denn neben der Kombination der Rohstoffe ist auch die Art des Brauens entscheidend für den Geschmack. Der Hopfen wird beim Craft-Bier nicht nur genutzt, um dem Getränk eine bittere Note zu geben. Während der Lagerung wird dem Jungbier erneut Hopfen hinzugegeben. So gibt dieser seine Öle langsam ab – und das Bier bekommt fruchtig-blumige Aromen. Dass sie ihr Handwerk beherrschen, bekamen die beiden „Braukatzen“ übrigens erneut beim „The Dublin Craft Beer Cup 2016“ bestätigt. Bei dem wichtigen internationalen Wettbewerb wurden einige ihrer Biere mit zwei Silber- und drei Bronzemedaillen ausgezeichnet. Da scheint wirklich das Bier-Gen durchgeschlagen zu haben.

Die Katz in der Kist

Die Katz in der Kist

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Nesselwang und seine lange Geschichte im Wintersport

Alles fährt Ski! So lautete einst ein bekanntes Lied in der Schweiz, dass sich rund um die ungemeine Begeisterung drehte, die der Skisport dort entfacht hatte. Der Satz ist seit mehr als einem Jahrhundert aber auch in Nesselwang gültig, denn der Wintersport besitzt hier einen ungemeinen Stellenwert: Ob Skifahren, Snowboarden, Langlaufen, Biathlon, Skitourengehen, Schneeschuhwandern oder ganz neu im Snowpark: jeder hat, in welcher Form auch immer, Kontakt mit der weißen Pracht.

Aber wie kam es dazu? Warum entwickelte sich gerade im beschaulichen Nesselwang eine Tradition, die es sonst im Allgäu nicht gibt? Der Grund dafür sind Pioniere, die den Skisport förderten und fest in der Bevölkerung verankerten. Zum Beispiel durch den Jugendskitag, der letzte Woche mehr als 100 Jahre nach der ersten Durchführung erneut stattfand.

Im Rahmen der Bayerntour hat das Bayerische Fernsehen den Wintersport in Nesselwang genauer unter die Lupe genommen. Von Helmut Böck bis zu den Olympiasiegern Franz Keller und Michael Greis. Aber sehen Sie selbst …

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Flurkreuze in Nesselwang im Allgäu

Kurzmitteilung

Feldkreuz Nesselwang, Quelle: Screenshot BR Mediathek

Feldkreuz in Nesselwang, Quelle: Screenshot BR Mediathek

In Nesselwang wird das reiche Brauchtum noch gepflegt. Dass dieser Satz von der Homepage www.nesselwang.de der Wirklichkeit entspricht, zeigt ein Bericht der Fernsehsendung „Wir in Bayern“ des Bayerischen Rundfunks. Die Reportage gibt Ihnen einen Einblick in die Arbeit der Bürgerwerkstatt Kultur und die von ihr gepflegten Flurkreuze. Klicken Sie dazu einfach unten auf den den Link „Beitrag BR“ und dann auf das Feld „Film: Flurdenkmäler“.

Beitrag BR

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Stille Momente im Herbstgold – Ruheplätze rings um Nesselwang

Ferienwohnung Nesselwang

Ja, ich weiß, das ist natürlich ein bißchen gemein, den eigenen Balkon mit diesem Blick – zur einen Seite auf die Nesselwanger Alpspitze und zur anderen auf die Zugspitze – als erstes meiner Favoriten-Ruheplätzchen zu präsentieren. Schließlich können Sie ja nicht kurz hier vorbeikommen und sagen: „Hätten Sie einen Kaffee für mich, Frau Rösner? Ich hab gelesen, bei Ihnen hat man vom Balkon so eine tolle Aussicht!“ Da würde ich zu nichts mehr anderem kommen – garantiert! Warum ich diesen Platz trotzdem erwähne: Mein Domizil wurde viele Jahre als Ferienwohnung vermietet – und in dieser Kategorie gibt es als Urlaubsunterkunft noch einige mehr in Nesselwang. Und im Herbst, wenn anderswo die einheitlich graue Masse am Himmel ordentlich auf’s freundliche Gemüt drückt, füllen einem die Höhenlagen des Allgäus nochmal richtig mit Vitamin D für den langen Winter auf. 30 Grad zeigte das Thermometer locker die letzten Tage auf dem Balkon. Bikiniwetter.

Kuh vor Attlesee

Auch das Braunvieh genießt noch das Grasen und  „Draußensein“, bevor es ab in den Stall geht. Gut für die Milch, denn das besagte Vitamin ist dann reichlich darin vorhanden. Und auch er weiß, wie „genießen“ geht und lässt die Sonne mal in die gute Stube.

Ziege Nesselwang

Hier kommt mein zweites Lieblingsplätzchen rund um Nesselwang – ein Klassiker: Der Attlesee. Zu dieser Zeit ist der kleine See, der zwischen Wiesen, Wäldern und Bergen eingebettet ist, noch ruhiger und seine Oberfläche erscheint frisch gebügelt. In einer gemütlichen Dreiviertelstunde ist der See vom Ortszentrum aus zu erreichen, noch kürzer ist der Weg vom Parkplatz Rindegger Tanne.

Attlesee Nesselwang

Mein Sohn fragte mich gestern, ob wir nicht mal kurz eine Runde schwimmen könnten, irgendwie hatte ihm das warme Wetter Sommergefühle beschert. 9,8 Grad zeigte das Wasserthermometer am Häuschen der Wasserwacht. Nein, schwimmen ist da nicht. Dafür ein kleines Picknick am Ufer.

Attlesee mti Bergpanorama

Selbst der Duft der Wiesen erinnert einen eher an einen schönen Sommertag. Jetzt werden sie das letzte Mal gemäht, bevor der Schnee ihnen das Winterkleid anzieht.

Wiesen Nesselwang

An diesem Platz im Nesselwanger Ortsteil Scheiblesmoos scheint auch am Nachmittag noch lange die Sonne hin. Hier kann ich ein Buch mitnehmen und von der Bank mal auf die Ortskirche St. Andreas schauen oder auf die Alpspitze – mit saftig-grünem Wiesenduft in der Nase. Auch der ein oder andere Spätblüher wie Gänseblümchen oder Schlüsselblumen zeigen nochmal ihre Schönheit.

Spätblüher Nesselwang

Die Wälder rings um Nesselwang recken ihre goldene Pracht in den blauen Himmel. Bei einer Tour entlang der Wertach, z.B. Richtung Römerbrücke oder ins Wertachtal hinein, ist das frohe Farbenspiel der vielen Laubbäume wirklich beeindruckend. In der Tourist-Info gibt es einen kleinen Wanderführer über die „Nesselwanger Symbolwege“. Darin wird mit einem kleinen Text auf jede Wanderung oder jeden Spaziergang einstimmt und dazu die Route mit Karte, Höhenprofil, Zeitangabe und Servicetipps beschrieben.

Wälder Nesselwang

Goldener Oktober

Als ich vor ein paar Tagen Richtung Parkplatz der Alpspitzbahn gefahren bin, leuchtete das Laub der Maria-Trost-Allee in der Abendsonne in fast unwirklichen Farben. Ich konnte nicht anders und lief hinüber zu den Bäumen, um das Schauspiel zu bewundern…

Herbststimmung Nesselwang

…und an einem Ruheplätzchen gegenüber des Hausberges den Tag ausklingen zu lassen.

Abendstimmung Nesselwang I

Da streiften die letzten Strahlen auch die Nesselwanger Kirchturmspitze.

Abendstimmung Nesselwang

Und ein Stück weiter wird für den Winter „vorgesorgt“. Unterhalb der Alpspitze wird bereits das Kinderland für den Skibetrieb aufgebaut. Kaum zu glauben, dass in ein paar Wochen wahrscheinlich schon alles weiß ist, die Skifahrer die Hänge erobern und der Nesselwanger „Flori“ den Kindern bei den Skikursen für die Fotos posiert.

Aufbau Kinderland Nesselwang

Puderzucker: Manchmal streut Frau Holle schon ein paar Flocken über die Alpspitze und erinnert uns sanft daran, dass bald eine andere Jahreszeit kommt.

Alpspitze mit Puderzucker

Dafür werden wir diesen Herbst wirklich besonders von der Sonne verwöhnt. Und wenn es mal unten im Tal neblig sein sollte, winkt immer noch die Flucht auf den Berg, wo man einfach „über den Wolken“ ist und einem 360 Gipfel zu Füßen liegen.

Panorama von der Alpspitze

Text: Ingrid Rösner

Bildnachweis: Ingrid Rösner. Die Verwendung der Bilder auf anderen Websites wie dieser oder zu anderen Zwecken ist nur mit schriftlicher Genehmigung der Urheberin gestattet.

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Ingrid Yasha Roesner

Ingrid Yasha Roesner

Das Allgäu fand ich schon immer klasse - bis ich vor 10 Jahren dann Nägel mit Köpfen gemacht habe und nach Nesselwang gezogen bin. Mein Name ist Ingrid Yasha Rösner und ich habe das Glück mehrere Lieben im Beruf zu vereinen: Als Journalistin schreibe ich am allerliebsten über die schönen Dinge des Lebens. Das Allgäu bietet mir dafür eine atemberaubende Kulisse, authentische Menschen und tolle Geschichten. Besser geht es nicht! Von meinem Schreibtisch aus sehe ich bis zur Zugspitze - inspiriend und zugleich verlockend: So zieht es mich raus in die Natur zum Nordic Walking, Radeln, Skifahren. Dabei kann ich auftanken und meine Arbeit beflügeln.

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„Musik allein ist die Weltsprache“ – und in Nesselwang sprechen sie schon die Kinder

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Die Musik ist eine der ältesten Ausdrucksformen der Menschheit und wird schon seit tausenden von Jahren überall auf der ganzen Welt in unterschiedlicher Weise praktiziert. Von Jazz über Klassik bis hin zur Blasmusik – da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Kinder und Jugendliche finden schnell Zugang zu einem Instrument und die Forschung hat nachgewiesen, dass sie das Erlernen eines solchen in der gesamten Entwicklung unterstützt. Das Tolle: Im Gegensatz zum Leistungssport kann man bis ins hohe Alter singen oder ein Instrument spielen! In Nesselwang machen wir genau das: Viele fangen als Kind an, hören irgendwann als Junggebliebene auf und bleiben dann als Zuhörer der Harmoniemusik Nesselwang treu, die es seit 1850 gibt.

Viehscheid 2010 (116)

Mit unserer Musik wollen wir die vielen Festtage in Nesselwang begleiten, wie zum Beispiel mit unserem Auftritt beim Viehscheid, der für uns definitiv ein „Feiertag“ ist. Zusammen mit den anderen aktiven Vereinen, wie dem Trachtenverein Alpspitzler mit seinen vielen Untergruppen, bereichern wir das Ortsleben für uns selbst und natürlich auch für die Gäste, die hier ins Allgäu kommen. So können sie sehen, wie bei uns Traditionen und Allgäuer Brauchtum von Generation zu Generation weitergegeben werden und vielleicht auch, dass es hier etwas anders zugeht als in der Stadt.

Meine musikalische Ausbildung begann in der 1. Klasse klassisch mit  Blockflötenunterricht. Danach habe ich zeitweise parallel das Akkordeon spielen erlernt. Nach einigen Jahren interessierte mich dann auch die Blasmusik, woraufhin ich mit dem Klarinettenunterricht begann. Nach ca. zwei Jahren Ausbildung, oder je nach musikalischer Leistung, werden diverse Bläserprüfungen absolviert.
Schon bald durften wir damals in einer Gruppierung aus lauter jungen Nesselwangern und Rückholzern mitspielen. Gerade das gemeinsame Musizieren in der sogenannten Jugendband, jetzt „Nesselholzer Jungmusikanten“, machte mir besonders viel Spaß!

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Heute geht es mit dem gemeinsamen Musizieren sogar noch etwas schneller. Denn: Was kann es Schöneres geben, als das Erlernte in der Gemeinschaft zu praktizieren und weiter zu vertiefen? Deshalb spielen unsere Neulinge mit ihrem Instrument vom ersten Unterrichtstag an auch gemeinsam im Schülerblasorchester. Das ist immer spannend mitzuerleben, wie aus der anfänglichen „Katzenmusik“ nach ein paar Monaten schon die ersten hörbaren Stücke werden – nach drei Monaten zeigt sich der Musiknachwuchs dann bereits beim ersten Konzert in der Weihnachtszeit. Wie das unsere engagierte Dirigentin Gerlinde Briechle immer schafft, ist mir manchmal auch ein Rätsel. Da gehört schon viel Leidenschaft und Geduld dazu! Als Jugendleiterin der Harmoniemusik Nesselwang begleite ich die Kinder und Jugendlichen auf ihrem persönlichen musikalischen Werdegang  und das macht mir richtig viel Freude.

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Angefangen wird vor den Sommerferien immer mit dem sogenannten „Instrumentenkarussell“, wozu alle Kinder der 3.- und 4. Klassen eingeladen werden. Dabei können sie an verschiedenen Stationen Instrumente ausprobieren, z.B. Klarinette, Flöte, Horn, Posaune, Trompete, Flügelhorn, Tenorhorn/Bariton, Saxophon, Tuba oder Schlagzeug. Mit viel Freude wird in die Instrumente geblasen bis ein, zwei Töne erklingen. Natürlich stehen auch aktive erfahrene Bläser bereit, um den Kindern Wissenswertes über die Instrumente oder die Blasmusik erzählen zu können.

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Fällt anschließend die Entscheidung für eines der Instrumente, fängt die Ausbildung mit Beginn des neuen Schuljahres an. Dazu gehören die Einzelproben mit den Musiklehrern  einmal pro Woche, aber eben dann auch das gemeinsame Musizieren.

Im Schülerblasorchester lernen die jungen Musiker die Bausteine der Musik, wie z. B. Harmonik, Melodik, Tempo, Rhythmik, usw. kennen. Das Orchester bleibt zwei Jahre zusammen, gemeinsam werden verschiedene Auftritte gestaltet und auch die ein oder andere Freizeit miteinander verbracht. Die nächste Stufe nach der Zeit im Schülerblasorchester ist die Jugendband.

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Diese Unterrichtsform zwischen Musikunterricht und gemeinsamen Musizieren kommt sowohl bei den Kindern als auch den Eltern gut an. Wir merken, dass so die Kinder am schnellsten Vorschritte machen und auch motiviert bei ihrem Instrument bleiben. Mittlerweile ist es das vierte Mal, dass es zu einem Zusammenschluss eines Schülerblasorchesters gekommen ist, so viele neue kleine Musikanten fangen gleichzeitig an.

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Alle Ensembles – von klein bis groß – nehmen auch regelmäßig an Wertungsspielen teil, Einzelne oder kleine Gruppen stellen sich der Jury bei Solo/Duo- oder Kammer-
musikwettbewerben. Unser jetziges Schülerblasorchester hat nach einem Jahr Zusammenspiel 92 von 100 Punkten beim Wertungsspiel in Hopferau abgeräumt – das ist wirklich sensationell und wir im Verein sind stolz auf unseren Musiknachwuchs!

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Natürlich darf auch der Spaß neben der Freude beim Musizieren nicht zu kurz kommen. So gibt es auch zwischendurch einen DVD-Abend, es wird ein Ausflug zusammen gemacht oder es wird zusammen gegrillt und gespielt. Im Fasching dürfen die Kinder verkleidet zur Probe kommen, das finden sie natürlich besonders cool.

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Gerne organisiere ich auch alle zwei Jahre ein Probenwochenende. Mit vollgepackten Taschen und natürlich mit Instrument geht’s dann für drei Tage in ein Gruppenhaus ganz in der Nähe von Nesselwang. Dort proben wir zwischen den gemeinsamen Mahlzeiten, auch Registerproben in kleinen Gruppen führen wir durch. Drumherum gibt es genügend Platz, um sich draußen in der Natur bei Ballspielen auszutoben oder im Haus in den Gemeinschaftsräumen gemütlich zu einem Kartenspiel zusammen zu setzen.

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Durch solche gemeinsamen Unternehmungen werden die sozialen Kontakte und Bindungen besonders gestärkt und die musikalische Leistung sichtlich und hörbar verbessert. Für mich sind das ganz wunderbare eindrucksvolle Momente! Und ich freue mich, wenn der Funke zur Musik bei den Kindern und allen, die ihnen zuhören, überspringt!

Text: Kathrin Haslach, Bearbeitung: Ingrid Rösner

Bildnachweis: Kathrin Haslach, Ingrid Rösner. Die Veröffentlichung auf anderen Websites als dieser oder zu anderen Zwecken ist nur mit schriftlicher Genehmigung der Urheber gestattet.

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Kathrin Haslach

Kathrin Haslach

Ich heiße Kathrin Haslach, bin 28 Jahre alt und seit fast 15 Jahren spiele ich in der großen Besetzung der Harmoniemusik Nesselwang die Klarinette. Für die Harmoniemusik bin ich auch als Jugendleiterin tätig und kümmere mich um unseren Musiknachwuchs. Neben dem Musizieren wandere und radle ich gern. Auf halber Berghöhe der Alpspitze, dem Nesselwanger Hausberg, arbeitete ich im Enzianstüble und bin nebenbei noch als Augenoptikerin tätig.

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Tierisch gut – ein Hundeleben in Nesselwang

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Hier sind wir zwei zu Hause. Nesselwang im Allgäu, ein Paradies, ehrlich – nicht nur für unsere Besitzer, sondern auch für uns Tiere.

IMG_0686Das sind wir: Fritz und Tonio, Original-Nesselwanger und bekannt wie bunte Hunde im Ort. Da wir die Gegend wie unsere Westentasche kennen, verraten wir Euch heute mal die besten (Hunde-)Tipps für Euren Allgäu Urlaub.

Der frühe Vogel fängt den Wurm – oder warum man im Allgäu Urlaub wirklich gerne früh aufsteht

IMG_2801Schaut, so schön kann ein Morgen beginnen und wenn auch die Frauchen und Herrchen nicht besonders beglückt sind, zum Gassigehen früh aufzustehen – hier tun sie es freiwillig! Kein Wunder, die Lichtstimmungen sind besonders, die Luft frisch und im Sommer wird’s auch selten so tierisch heiß, dass man meint, dass Fell läuft einem davon, weil Nesselwang auf fast 900 Metern Höhe liegt.

IMG_0475Das ist unsere Toprunde unterhalb der Alpspitze, dem Hausberg von Nesselwang. Der lässt sich auf vielen tollen Wege erkunden, z.B. über den tosenden Wasserfall oder den Kreuzweg zur berühmten barocken Wallfahrtskirche Maria Trost. Für uns zwei ist das nichts mehr, dafür haben wir schon ein paar Jahre zu viel auf dem Buckel. Deshalb ist der Weg hinter dem Ortskern unser absoluter Geheimtipp: Wir nennen sie die „Hunderennbahn“, weil wir hier die Chancen am Größten sind, Einheimische wie Urlauber zu treffen und diese schnüffelnd kennen zu lernen oder wieder zu sehen. Und für unser Herrchen gibt’s hier absoluten Komfort: Nigelnagelneue Hundetoiletten! Das findet er richtig gut.

IMG_0668Insgesamt gibt es 23 Hundetoiletten in und rund um Nesselwang und es sollen noch weitere folgen. So ist alles aufgeräumt und auch Nicht-Hundebesitzer können die Wege entspannt genießen. In der Tourist-Information gibt es extra einen Flyer, in dem alle Standpunkte der Toiletten eingezeichnet sind. Nur auf dem Berg müssen unsere Besitzer die Häufchen selbst mitnehmen.

IMG_0703IMG_0704Außerdem sind unsere Urlaubskumpels bei vielen Nesselwanger Gastgebern herzlich willkommen. Im UrlaubsMagazin sind diese Unterkünfte mit einem Hundesymbol gekennzeichnet – vom Viersterne-Hotel bis zur Ferienwohnung ist sicher für jeden Geschmack etwas dabei.

IMG_0683Jetzt aber nichts wie los! Ein herrlicher Tag heute, da haben wir alle was davon. Aber ich glaube, Fritz bräuchte ein kleines Bad im See. Da gibt es rings um Nesselwang viele, z.B. den Kögelweiher und Attlesee und auch kleine Bäche und Flüsse, wo wir uns abkühlen dürfen.

IMG_0682Uuiihh, was kommt denn da für eine schöne Fellnase um die Ecke? Da ist Fritz gleich wieder fit. Paula, eine Hundedame, scheint sehr fein zu duften.

IMG_0690Ach, schon ist sie weg. Schade, aber so Urlaubsbekanntschaften halten eben meist nur sehr kurz. Na ja, kann man nichts machen.

IMG_0692Weiter geht’s in den schönen Ort hinein. Da müsst Ihr jetzt echt gut aufpassen, Urlaubskumpels, denn es gibt hier wirklich Wurst-Tankstellen! So laufen wir zum Beispiel gerne zum Hofladen von Anton Steiner in der Füssener Straße. Seine Rinder grasen im Sommer auf den eigenen sattgrünen Weiden. Das Fleisch ist saftig und zart, genau das Richtige für uns – und für unser Herrchen natürlich.

IMG_0660Diese Spaziergänge kombiniert mit Einkaufen sind uns beiden am Allerliebsten, denn mit etwas Glück gibt’s auch mal etwas für uns Fellnasen!

IMG_0648Köstlich!

IMG_0651Ob die beiden Kollegen, die vor der Bäckerei warten, genauso Glück haben? Wir drücken Euch die Pfoten!

IMG_0665Jetzt freuen wir uns auf unser Körbchen – ein kleines Schläfchen nach dem Essen ist so wohltuend.

IMG_0695Und so verwöhnt, überlassen wir unserem Hauskater auch mal getrost die Futternäpfe.

IMG_0698Saftige Wiesen, viel Platz zum Toben, knackige Würste, tolle Bekanntschaften – also, wenn wir hier nicht wohnen würden…müssten wir auf jeden Fall im Urlaub nach Nesselwang. Wir fühlen uns hier einfach hundum wohl!

Text: Ingrid Rösner

Bildnachweis: Ingrid Rösner, Nesselwang. Die Veröffentlichung auf anderen Websites als dieser oder zu anderen Zwecken ist nur mit schriftlicher Genehmigung des Urheberin gestattet.

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Fritz und Tonio

Fritz und Tonio

Hallo zusammen! Wir sind Fritz (links) und Tonio. Wir sind Original-Nesselwanger und bekannt wie bunte Hunde...Wir lieben die saftigen Wiesen, wo es so viel zu schnüffeln und genießen gibt. Besonders mögen wir es, wenn unseresgleichen von Stuttgart, Hamburg, Holland oder wo auch immer her, hier Urlaub macht. Da können wir wieder Neues erleben und das macht ein Hundeleben doch erst richtig spannend. Also, Jungs & Mädels, macht Euch auf den Weg zu uns, dann können wir eine Runde gemeinsam rennen!

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Nesselwang do it again – Eröffnung des Willkommensplatzes

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Two days ago (07.07.15) the Bürgermeister opened the new Welcome Area, near the church, for Cyclists and Walkers here in Nesselwang.

Welcome Area near the curch in Nesselwang

This is the only one of it’s kind in Bayern. It is designed to give cyclists, e-bikers and walkers a central point to take a rest while traveling through Nesselwang.

Electric plugs to charge batteries

The Welcome Area has lockers with electric plugs, so that the e-bikers can charge their batteries, drinking water and information about tours in and around Nesselwang.

It has places to sit in and out of the sun, to take a rest. There are cafes and restaurants near the area, and the bike workshop „Jons Adventures“ is only 350 metres away if your bike needs attention.

Once again Nesselwang lead the way in making visitors feel comfortable and WELCOME.

Places to take a rest

Bildnachweis: Alle Fotos in diesem Beitrag: Nesselwang Marketing GmbH. Die Veröffentlichung auf anderen Websites als dieser oder zu anderen Zwecken ist nur mit schriftlicher Genehmigung des Urhebers gestattet.

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Jon French

Jon French

Hey, ich heiße Jon, bin ein Wahl-Nesselwanger und Radspezl mit eigenem Laden. Sport ist mein persönlicher Ausdruck, nicht nur Bewegung, um mich fit zu halten. Ich mag es, meine Erfahrung mit Leuten zu teilen. Ich hab zahlreiche GPS-Touren für Euch ausgearbeitet, so könnt Ihr Euch auf's Radel setzen und einfach losdüsen - ohne kompliziert Karten lesen zu müssen. Ich möchte mit Euch meine Begeisterung für meine Wahlheimat teilen und wünsche Euch viel Spaß dabei!

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Andere Welt: Vom Schreibtisch mitten hinein ins Naturparadies

Nesselwang Blick Richtung Pfronten

Diese Wiese liegt direkt vor meiner Haustür. Von meinem Schreibtisch aus sehe ich von den Ammergauer Bergen mit dem markanten Säuling über die Allgäuer Alpen und Tannheimer Gipfel bis zur Zugspitze, dem höchsten Berg, den Deutschland zu bieten hat. Auch Falkenstein, die höchstgelegene Burgruine unseres Landes, grüßt hinüber. Das ist verlockend und einmal am Tag muss ich dieser Einladung in die Natur einfach nachgeben.

Blick auf den Breitenberg

Ich bin ein Nordic Walker der ersten Stunde. Früher bin ich gejoggt, aber das ging mir bei dem harten Heidelberger Asphalt auf die Gelenke und ich suchte nach einer Alternative. Eine Trainerin empfahl mir Nordic Walking und sofort besorgte ich mir Stöcke und legte los. Am Neckarufer beäugten mich die Menschen mit amüsierten Blicken: „Mädle, hast Du Deine Ski vergessen? Damit musst Du in die Berge gehen“, rieten sie mir. Ein guter Tipp! Hatte mich das Allgäu mit seinen sanften Hügellandschaften, den steilen Gipfeln und seiner ursprünglichen Kraft schon immer in seinen Bann gezogen. Vor zehn Jahren wagte ich den Schritt und laufe seitdem – im Sommer auch ohne Ski – mit meinen Stöcken in dieser herrlichen Landschaft auf und ab.

Nordic Walking Allgäu

Nordic Walking im Allgäu heißt direkt in einem großen Naturparadies unterwegs zu sein

Eine meiner Lieblingsstrecken ist die Runde um den Attlesee und Kögelweiher, die eingebettet in Allgäu-typische bunte Wiesen und Wälder und umgeben von den Allgäuer Bergen sind. Startpunkt ist die Rindegger Tanne, dort ist auch einen Parkplatz. Ein Schild zeigt die Runde und gibt Tipps zur Lauftechnik. Als ich mit Nordic Walking angefangen habe, bin ich zwei Stunden mit einem Trainer gelaufen, um den richtigen Schritt zu lernen und ein paar Tipps zu sammeln. Das war ein guter Start. Auch Nesselwang im Allgäu bietet in der Saison Kurse mit zertifizierten Trainern an, sogar Stöcke können in der Tourist-Information ausgeliehen werden. So kann man ausprobieren, ob einem der Sport liegt. Von Nesselwang ging ein richtiger Nordic Walking Boom aus und heute ist das Allgäu durchzogen mit herrlichen Strecken für dessen Anhänger.

Braunvieh Allgäu

Auch Publikum feuert mit an. Links und rechts des Weges steht dieses beliebte Fotomotiv wieder auf der Weide: Das Allgäuer Braunvieh. Neugierig schaut es mir nach, obwohl dieses hier mich wirklich oft zu Gesicht bekommt. Ich mag das Schellengeläut. Es beruhigt mich irgendwie und schenkt mir ein Gefühl von Geborgenheit.

GE(h)ZEITEN Besinnungsweg

In nächster Nähe zu den beiden Seen führt auch der GE(h)ZEITEN Besinnungsweg mit seinen sehr schön gestalteten Stationen entlang. Sie sind wie kleine Ruheplätze, an denen jeweils eine Installation mit einem Text zum Nachdenken und zur inneren Einkehr einladen. Hier ist die Station „Zeit für die Schöpfung“, an der eine Glaskugel die eigene Sichtweise auf den Kopf stellt: Plötzlich schaut die Welt ganz anders aus. Eine Perspektive, die uns auch im Alltag oft gut tun würde.

Weiche Waldwege

Durch den Wald und auf weichen Wegen geht es mit großen Schritten Richtung Kögelweiher. Die riesigen Ausfallschritte, wie zu Anfangszeiten des Nordic Walkings, sind allerdings passé. Heute schaut es nicht mehr aus, als würde man gegen den Wind ankämpfen und auch das typische Klack-Klack beim Laufen ist dank besserer Gummipuffer an den Stöcken nur noch minimal zu hören. Ich finde Nordic Walking nach wie vor einen genialen Sport, weil so viele Muskelgruppen trainiert werden, vor allem auch der strapzierte Nacken eines Schreibtischtäters. Außerdem ist das Tempo moderat und ich bekomme noch etwas von der Landschaft und ihrer Schönheit mit.

Kögelweiher Nesselwang

Ahhh, die erste Pause am Kögelweiher. Im Hintergrund liegt der langzogene Drachenrücken des Breitenbergs, über mir kreist ein Milan. Jedes Mal bin ich fasziniert, wie ich von Nesselwang aus in wenigen Schritten in einer völlig anderen Welt bin. Kein Stress, keine Hektik, kein Autolärm wie vielerorts in Deutschland. Nur Ruhe. Ich spüre, wie mich das innerlich aufatmen lässt. Im und rund um das Wasser gibt es einiges zu entdecken. Auch für Kinder ist das wirklich ein Paradies, so direkt am Puls der Natur lauschen zu können.

Azurjungfern am Kögelweiher

Die Zeit der Azurjungfern ist gekommen und sie leuchten mit ihrem hellblauen Kleid mit dem Wasser um die Wette.

Kögelweiher Kaulquappen

Kaulquappen wuseln durch das klare Naß und freuen sich schon auf ihr Froschdasein.

Schwäne

Hinten im Schliff brütet immer das Schwanenpaar. Einmal hatte es acht Junge. Was für ein schöner Anblick war das, als sie alle zusammen über den Kögelweiher gezogen sind. Ich bin gespannt, wieviel Nachwuchs es dieses Mal gibt.

Nordic Walking Allgäu

Und weiter geht es Richtung Attlesee. Hier ein Blick auf den Kögelweiher von weiter oben. Traumhaft wie er in die Alpen-Kulisse eingebettet ist!

Kögelweihter Nesselwang

Die Feuchtwiesen rings um die Seen sind ganz besonders. Mit ihrer Vielfalt zählen sie zu Europas schönsten und einzigartigen Wiesen. Meere von Enzianen, Mehlprimeln, Trollblumen und Wollgras gibt es hier zu bewundern. Ich freue mich, wenn die Spaziergänger wissen, dass die Blumen geschützt sind und nicht in den Wiesenstrauß gehören, dafür gibt es viele anderen wunderschöne Arten, denen es leichter fällt, auf den Feldern zu überleben.

Enzian Nesselwang

So viel Knabenkraut, die Allgäuer Orchidee, mit ihrem purpurfarbenen Blütenschopf und den gefleckten Blättern, wie dieses Jahr habe ich wirklich noch nie gesehen.

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Allgäuer Wiesen Nesselwang

Meine Touren dauern oft viel länger, weil es so viel am Weg zu entdecken gibt, da kann ich nicht anders als immer wieder anzuhalten und zu staunen.

Alpspitze

Am Attlesee grüßt der Hausberg, die Alpspitze, herüber, auch sie hat tolle Wandertouren zu bieten. Ein Weg führt über den Nesselwanger Wasserfall zum Gipfel, ein anderer über den Kreuzweg Maria Trost, ebenfalls eine Nordic Walking Strecke. Der Ausblick von oben ist überraschend: 360 Gipfel und Neuschwanstein, das Märchenschloss des berühmten Bayernkönigs Ludwig II., ist zu sehen.

Nesselwang im Allgäu

So, jetzt aber schnell zurück an den Schreibtisch! Ich bin aufgetankt! Später am Abend darf ich mir beim Blick aus dem Fenster noch etwas wünschen…Was Ihr Wunsch ist, kann ich vielleicht erraten: Wahrscheinlich, dass Sie bald nach Nesselwang ins Allgäu kommen können…? Also, Augen zu, Finger überkreuzen und feste wünschen!

Regenbogen Nesselwang

Text:  Ingrid Rösner

Bildnachweis: Alle Fotos in diesem Beitrag: Ingrid Rösner, Nesselwang. Die Veröffentlichung auf anderen Websites als dieser oder zu anderen Zwecken ist nur mit schriftlicher Genehmigung des Urheberin gestattet.

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Ingrid Yasha Roesner

Ingrid Yasha Roesner

Das Allgäu fand ich schon immer klasse - bis ich vor 10 Jahren dann Nägel mit Köpfen gemacht habe und nach Nesselwang gezogen bin. Mein Name ist Ingrid Yasha Rösner und ich habe das Glück mehrere Lieben im Beruf zu vereinen: Als Journalistin schreibe ich am allerliebsten über die schönen Dinge des Lebens. Das Allgäu bietet mir dafür eine atemberaubende Kulisse, authentische Menschen und tolle Geschichten. Besser geht es nicht! Von meinem Schreibtisch aus sehe ich bis zur Zugspitze - inspiriend und zugleich verlockend: So zieht es mich raus in die Natur zum Nordic Walking, Radeln, Skifahren. Dabei kann ich auftanken und meine Arbeit beflügeln.

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THE BEST GAMES EVER – 600 Sporttalente bei „Jugend trainiert für Olympia und Paralympics“

Skilanglaufteam Hamburg

Olympisches Flair und optimale Bedingungen  – so wünscht man sich als Veranstalter ein so großes Sportereignis wie „Jugend trainiert für Olympia und Paralympics“. In Nesselwang haben wir genau das bekommen. Das Wetter, der Superschnee, die Organisation und die tolle Stimmung haben die jungen Sporttalente aus dem ganzen Bundesgebiet, ihre betreuenden Lehrkräfte, die Zuschauer und Offiziellen des Winterfinales begeistert.

Was ist eigentlich „Jugend trainiert für Olympia“?

Der Schulsportwettbewerb Jugend trainiert für Olympia (JTFO) wurde 1969 durch die Zeitschrift Stern ins Leben gerufen und hat sich seitdem zum weltgrößten Schulsportwettbewerb entwickelt. 800.000 Schüler zeigen in mittlerweile 19 olympischen Sportarten vom Basketball, über Leichtathletik und Schwimmen ihr Können. Wesentliches Ziel ist, sportliche Talente zu fördern und zu sichten, sowie olympische Werte wie Fairness, Teamgeist und Leistungsbereitschaft zu vermitteln. Nesselwang war diesjähriger Austragungsort für die Skiwettbewerbe.

600 Sporttalente aus 15 Bundesländern traten an zwei Wettkampftagen in den Wintersportdisziplinen Ski alpin, Skilanglauf und Skisprung gegeneinander an. Sie hatten zuvor schon auf Landesebene ihre Siege eingefahren und in Nesselwang wurden nun die Bundessieger ermittelt. Ohne die 200 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern aus der Marktgemeinde Nesselwang und von der Bundeswehr könnten wir so eine große Veranstaltung wahrscheinlich gar nicht durchführen. Hier die Zusammenfassung unserer sportlichen und schönen Tage in Nesselwang.

Fackelzug durch Nesselwang

Fackelzug durch Nesselwang

Mit dem von der Nesselwanger Harmoniemusik angeführten Fackelzug und der Eröffnungsfeier in der Alpspitzhalle ging es los.

Traditionelle Tänze bei der Eröffnungsfeier

Traditionelle Tänze bei der Eröffnungsfeier

Zum typisch bayerischen Warm-up gehörten die Alphornbläser, Gaißlschnöllar, Plattl- und Bankeltänze des Trachtenvereins Alpspitzler, die dem gesamten Publikum auch gleich einen Crashkurs im Schunkeln und Plattln gaben.

Foto 4 Bürgermeister mit Staatssekretär und ZellerDer 1. Bürgermeister Franz Erhart begrüßte gemeinsam mit Kultusstaatssekretär Georg Eisenreich und der Olympia-Silbermedaillengewinnerin im Skilanglauf, Katrin Zeller, die Gäste aus dem ganzen Bundesgebiet.

Training im Trendsportzentrum Allgäu

Training im Trendsportzentrum Allgäu

Zuvor hatten die jungen Sporttalente bei einem Trainingstag die Möglichkeit, die Bedingungen auf der Piste, in der Loipe und auf der Sprungschanze kennenzulernen. Auch dafür mussten die zahlreichen Helferinnen und Helfer des Skiclubs schon ackern, z.B. beim Teeausschank und auch die Bundeswehr war schon im Einsatz.

Die alpinen Skitalente

Die alpinen Skitalente

Das erste Highlight waren die alpinen Skiwettbewerbe am ersten Wettkampftag. Am Vormittag legten die bayerischen Schulmannschaften in den Vielseitigkeitsläufen bereits den Grundstein für den späteren Erfolg beim Parallelslalom-Teamwettbewerb. Die spannenden Duelle auf der beleuchteten Piste an der Alpspitzbahn und die parallel stattfindende Après-Ski-Party des Hauptsponsors Deutsche Bahn haben für gute Stimmung und große Begeisterung gesorgt. „Das Rennen Mann-gegen-Mann ist schon etwas Besonderes und im Ziel weiß man direkt, ob man gewonnen oder verloren hat“, so David Hauser vom Gymnasium Hohenschwangau. Und die bayerischen Teams räumten kräftig ab. Hatten sie in den spannenden Duellen am Ende dann doch meistens die Nase vorn und erreichten fünf von sechs möglichen Podestplätzen. Ob das der Heimvorteil war? Auf jeden Fall: Gratulation!

Einzelwettbewerbe im Skilanglauf

Einzelwettbewerbe im Skilanglauf

Im Skilanglauf standen am ersten Wettkampftag die Einzelwettbewerbe auf dem Programm. Beim Techniksprint  war nicht nur Schnelligkeit, sondern zwischen den Slalomstangen und Schlupftoren, auf der Tretorgel oder beim Skating ohne Stöcke auch eine sehr gute Technik und Koordination gefragt. Dank der tollen Vorbereitungen des Skiklubs Nesselwang hatten die Nachwuchssportlerinnen und –sportler optimale Wettkampfbedingungen im Trendsportzentrum Allgäu!

Da fliegen sie, die Skiadler!

Da fliegen sie, die Skiadler!

Die Skisprungwettbewerbe fanden beim befreundeten Skiclub in Füssen statt: Wahnsinn, was sich die Jüngsten schon trauen! Mit Sprüngen im perfekten V-Stil, mit Telemark-Landung und Weiten zwischen 17 und 20 m stellten die 9 bis 10-jährigen Skispringer ihr Können und ihr Talent unter Beweis. Das Regionalteam Bayern belegte dabei den dritten Platz hinter dem Regionalteam Inselsberg und der Uplandschule Willingen. Kommentar eines Teilnehmers: „Man fühlt sich über der Schanze in der Luft so ein bisschen wie ein Vogel.“

Interessante Ausstellung der Deutschen Olympischen Akademie im Explorer Hotel Neuschwanstein

Interessante Ausstellung der Deutschen Olympischen Akademie im Explorer Hotel Neuschwanstein

Neben den Wettkämpfen gab es aber auch viel olympisches Flair. Die rund 300 Teilnehmer/innen, die im Feriendorf Reichenbach übernachtet haben, fühlten sich wie im „Olympischen Dorf“ und genossen das WG-Leben mit ihren Teamkameraden. Da alle immer zur gleichen Zeit hungrig waren, konnte man beim Essen oder beim Kickern auch Bekanntschaften mit Sportlern aus anderen Bundesländern machen. Im Explorer Hotel erfuhren die Kids bei der Ausstellung der Deutschen Olympischen Akademie alles über die Olympische Historie, konnten beim Olympia-Quiz ihr Wissen testen und sich mit der Originalfackel der Olympischen Spiele in London fotografieren lassen.

Die Jungathleten bei den Wettbewerben von "Jugend trainiert für Paralympics"

Die Jungathleten bei den Wettbewerben von „Jugend trainiert für Paralympics“

Neben den Olympischen Werten wie Teamgeist und Fairness wurde beim Winterfinale auch der Inklusionsgedanke gelebt. So fanden die Skilanglaufwettbewerbe „Jugend trainiert für Paralympics“ (JTFP) der Sehbehinderten, Blinden und der geistig Behinderten gemeinsam mit den JTFO-Wettkämpfen auf der Loipe am Trendsportcenter Allgäu statt. „Es ist großartig, was die Kinder mit Behinderung beim Winterfinale auf der Loipe geleistet und mit welcher Freude und Begeisterung sie die Herausforderungen gemeistert haben,“ so Lars Pickardt, Vorsitzender der Deutschen Behindertensportjugend. Die gemeinsamen Wettkämpfe tragen dazu bei, Berührungsängste abzubauen und die gegenseitige Wertschätzung zu fördern.

Der Staffelstart im Langlauf von JTFP

Der Staffelstart im Langlauf von JTFO

Die Staffelwettbewerbe am 2. Wettkampftag gehören immer zu den Höhepunkten beim Winterfinale. Auch in Nesselwang haben die Mädchen und Buben noch einmal alles aus sich herausgeholt, um für ihr Team wertvolle Sekunden gut zu machen. Nesselwangs Ehrenbürger und dreifacher Olympiagoldmedaillengewinner Michael Greis, der sich als JTFO-Pate die Skilanglaufwettbewerbe angesehen und den Startschuss für die Staffelwettbewerbe der Jungen gegeben hatte, war begeistert: „Alle waren mit Herz und Leidenschaft dabei. Neben Trainingsfleiß und Durchhaltevermögen ist das für eine erfolgreiche Sportkarriere am wichtigsten.“

Da freuen sich die Erstplatzierten aus Traunstein

Da freuen sich die Erstplatzierten aus Traunstein

Im Rahmen der Actiontime der Deutschen Olympischen Akademie wurden die Siegermannschaften von DOSB-Präsident Alfons Hörmann, dem dreifachen Biathlon-Olympiasieger Michael Greis und Kultusstaatssekretär Georg Eisenreich geehrt, der sich natürlich besonders freute, dass er insgesamt neun bayerischen Schulmannschaften die Medaillen und Pokale überreichen durfte.

Alle Ergebnisse der bayerischen Mannschaften auf einen Blick:

Ski alpin (Mädchen – Wettkampfklasse IV)
1. Platz: Gymnasium Tegernsee
3. Platz: Staatliche Realschule Sonthofen

Ski alpin (Jungen – Wettkampfklasse IV)
1. Platz: Werdenfels-Gymnasium Garmisch-Partenkirchen
2. Platz: Gertrud-von-le-Fort-Gymnasium Oberstdorf
3. Platz: Gymnasium Hohenschwangau

Skilanglauf (Mädchen – Wettkampfklasse III)
3. Platz: Gertrud-von-le-Fort-Gymnasium Oberstdorf
7. Platz: Gymnasium Untergriesbach

Skilanglauf (Jungen – Wettkampfklasse III)
5. CJD Christophorusschulen Berchtesgaden
8. Platz: Achental-Realschule Marquartstein

Skilanglauf (Mixed – Wettkampfklasse IV)
1. Platz: Chiemgau-Gymnasium Traunstein
6. Platz: Mittelschule Oberstdorf

Skilanglauf JTFP (Mixed – Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung)
1. Platz: Franziskus-von-Assisi-Schule Au am Inn

Skisprung
3. Platz: Regionalteam Bayern Region IV/V
10. Platz: Regionalteam Bayern III

FAZIT: Unvergesslich und für alle erlebnisreich waren die Finaltage in Nesselwang  – ganz unabhängig von der Platzierung!

Und jetzt heißt es erstmal: Ausruhen!!! Bis zu den nächsten "Jugend trainiert für Olympia und Paralympics"

Und jetzt heißt es erstmal: Ausruhen!!! Bis zu den nächsten „Jugend trainiert für Olympia und Paralympics“

Text: Alexandra Dreher, Bearbeitung: Ingrid Rösner

Bildnachweis: Alexandra Dreher. Die Veröffentlichung der Fotos auf anderen Websites als dieser oder zu anderen Zwecken ist nur mit schriftlicher Genehmigung des Urheberin gestattet.

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Alexandra Dreher

Alexandra Dreher

Hallo, mein Name ist Alex(andra) Dreher, ich war heuer beim Bundesfinale JUGEND TRAINIERT FÜR OLYMPIA/PARALYMPICS in Nesselwang dabei - als Mitglied des Organisationsteams der Bayerischen Landesstelle für den Schulsport. Das war das zweite Mal nach dem Winterfinale 2009. Zu meiner Schulzeit habe ich auch mal am Bundesfinale teilgenommen – allerdings in Berlin beim Gerätturnen. Die Liebe zum Sport und auch zu JUGEND TRAINIERT FÜR OLYMPIA ist mir bis heute geblieben - auch wenn ich privat kaum noch zum Sporttreiben komme. Ich verbringe meine Freizeit lieber gemeinsam mit meinem Mann und meinem dreijährigen Sohn. Da kommen wir sicher auch mal wieder gemeinsam zum Wandern und Skifahren nach Nesselwang. Die Winterfinals hier gehören immer zu den Höhepunkten: Der traditionelle und familiäre Charakter, die Professionalität des Skiklubs und die klasse Unterstützung durch den Bürgermeister und die Marktgemeinde - alles zusammen macht die Veranstaltung rund. Dass seit einigen Jahren auch die JTFP-Wettbewerbe in die Bundesfinalveranstaltungen integriert werden, finde ich eine tolle Sache!

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Wiedersehen mit dem Hochzeitsparadies

54_Standesamt_SchmargendorfEs gibt Begegnungen, die sind besonders und sie bleiben einem liebevoll in Erinnerung. Für Ursula Sellin und ihren Mann Günter aus Berlin war es sicher der Moment, als sie sich das erste Mal begegnet sind. Für uns, als wir die beiden im August in der Tourist-Information am Schalter hatten – zusammen mit ihrer Tochter. Sie suchten das Nesselwanger Haus, in dem sie zu Gast waren – vor 60 Jahren, als sie ihre Hochzeitsreise hierher unternahmen. 60 Jahre, meine Güte, da standen sie also vor uns mit ihren 88 und 94 Jahren und haben den Großteil ihres Lebens gemeinsam verbracht. Ein bisschen ehrfürchtig machte uns das schon. Eine diamantene Hochzeitsreise sozusagen nach Nesselwang. Ich bat Ursula Sellin um ein paar Zeilen und Fotos dazu und mit Hilfe ihrer Tochter Gina-Marina Sellin-Schmidt kam dann diese schöne Geschichte im fernen Berliner Hausgarten dabei heraus. Vielen Dank dafür!

Nesselwang 1954 – 2014

„Vor 60 Jahren führte unsere Hochzeitsreise nach Nesselwang. Warum gerade Nesselwang? Wir können uns nicht mehr erinnern! So glauben wir, es wird wohl auf Empfehlung unserer Freunde gewesen sein. Von diesen bekamen wir einen großen Reisekoffer („Schrank“) geliehen, mit dem wir uns im August von Berlin aus 12 Stunden auf die Reise ins Allgäu machten. Unsere Wirtin empfing uns am Bus in der Hauptstraße mit einem Fahrrad, um unseren Koffer auf dem Pedal zu befördern. Da es nicht klappte, holte sie eine Schubkarre. Also ab in unser Domizil. Dort wohnten wir nun in einem kleinen Zimmer mit Waschschüssel, Wasserkanne und einem Eimer zum Zähneputzen. Noch heute ist uns der sehr schräge Dielenfußboden unseres Gästezimmers in Erinnerung und der schöne kleine Garten hinter dem Haus. Die Landschaft gefiel uns sehr gut mit den Allgäuer Bergen und den grünen Feldern.

Haus Nr.119

Ausruhen von der langen Anreise

Wirtskinder

Die Kinder unserer Wirtin

Eine kleine Tochter unserer Wirtsleute sagte immer „Regaboga“ (Regenbogen), weil es so oft regnete, so konnten wir nur einmal im See baden. Welcher See es war, können wir nicht sagen. Vielleicht der Attlesee? Wir fuhren hoch zur Alpspitze, von dort genossen wir den wunderschönen Ausblick auf Nesselwang.

Herrliche Luft auf der Alpspitze

Herrliche Luft auf der Alpspitze

Auch auf den Breitenberg machten wir einen Ausflug und begegneten dort oben zufällig einem Ehepaar, ebenfalls aus Berlin. Damals legten wir den Weg mit der Seilbahn zurück.

Die Breitenbergbahn - da geht es stei hinauf!

Die Breitenbergbahn – da geht es steil hinauf!

Als Bergsteiger macht sich mein Mann auch gut

Als Bergsteiger macht sich mein Mann auch gut

Höhensonne tanken

Höhensonne tanken

Auf einer Wiese bei der Wallfahrtskirche Maria Rain sind wir wegen unserer leichten sommerlichen Bekleidung etwas unangenehm aufgefallen.

Maria_Rain

Nach 60 Jahren zurück in Nesselwang

Am 22. Mai 2014, dem Tag unserer Diamantenen Hochzeit,schenkten uns nun unsere Tochter und unser Schwiegersohn die Erinnerungsreise ins damalige Hochzeitsparadies.

Nach 60 Jahren zurück in Nesselwang. Im Hintergrund die Alpspitze.

Wiedersehen mit der Nesselwanger Alpspitze

Wir haben uns im Nesselwanger Hof einquartiert und hier bemühte man sich rührend um uns und darum, die einstige Unterkunft wieder zu finden. Anhand von alten Fotos waren wir zwei Tage lang aber leider auf der falschen Fährte, bis wir schließlich auf einer Ansichtskarte an meinen Vater den Namen Adalbert Huber und die Hausnummer 119 entdeckten. Doch dazu später…

Die Postkarte an meinen Vater

Die Postkarte an meinen Vater

Post_Ostlerhütte

Während der zwei Urlaubstage suchten wir einige Ausflugsziele von damals auf – und wie vor 60 Jahren war es August und es regnete. Wir staunten selbst über unsere Fitness mit 88 und 94 Jahren, denn es ging noch gut zu Fuß bergauf und bergab.

Der Nesselwanger Wasserfall

Der Nesselwanger Wasserfall

Wasserfall_Nesselwang_1


Und so sah er 1954 aus…ohne Treppe und Geländer.

Wasserfall_Nesselwang2Nach unserem Abstecher an den Wasserfall und sind wir mit der Alpspitzbahn zur Bergstation gefahren, um wieder den herrlichen Ausblick von damals zu genießen.

Auf dem Weg zum Ortsteils Bayerstetten mit den seinen historischen Bauernhäusern

Auf dem Weg zum Ortsteils Bayerstetten mit den seinen historischen Bauernhäusern

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Mein Mann: Immer noch ein guter Bergsteiger!

Alpspitze2_1

Wir mit unserer Tochter Gina-Marina

Auch der Breitenberg musste natürlich in unser Ausflugsprogramm hinein. Hier war uns wegen des schlechten Wetters der Weg zur Ostlerhütte nicht möglich, der Sessellift stand still.

Breitenberg_Sessellift_1

BIick_Ostlerhütte_1


Mystische Stimmung am Berg

Unsere Tochter hätte uns dort so gerne zu einem „Schwarzwälderkirsch“ eingeladen, dem Lieblingseisbecher meines Mannes (auch wenn es auf dem Bild anders aussieht), um ein annähernd gleiches Foto zu schießen. So blieb uns nur eine kleine Brotzeit in der Berghütte.

Ostlerhütte_Breitenberg

Dem Ziel ganz nah – die Detektivarbeit hat sich gelohnt

Konditore_1i

In der Nähe der Bäckerei in der Füssener Straße haben wir unsere Unterkunft von damals wiedergefunden

Am letzten Tag erfüllte sich doch noch unser Wunsch: Kontakt zur Gastfamilie aufzunehmen (dank der netten zwei Damen in der Tourist-Information). Die Hausnummer 119, die auf der Ansichtskarte stand, ist heute die Füssener Straße, die mitten durch Nesselwang führt. Wir sind dort hingelaufen und haben die Familie Hofer einfach vor dem Haus überrascht! Das Wiedersehensgespräch mit einer der Töchter und ihrem Ehemann werden wir niemals vergessen.

Danach nahmen wir Abschied und haben viele schöne Erinnerungen an unser Wiedersehen mit Nesselwang.“

Standesamt_ Berlin Schmargendorf_1Text: Ursula Sellin; Einleitung Ingrid Rösner

Bildnachweis: Alle Fotos sind private Aufnahmen der Familie Sellin und Sellin-Schmidt und dürfen nur mit schriftlicher Genehmigung der Urheber verwendet werden.

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Ursula Sellin

Ursula Sellin

Mein Name ist Ursula Sellin und ich bin eine waschechte Berlinerin. Wenn es meine Zeit und meine Gesundheit erlauben, bin ich gerne für andere da - für die Familie und meinen Enkel ganz besonders. Ich war früher gerne beim Langlaufen und habe Tennis gespielt. Heute genieße ich es, in meinem kleinen Berliner Garten draußen zu sein. Ich gehe mit Kopfschmerzen hin und komme ohne wieder.

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